Osterode entstand vermutlich in der großen Rodungsperiode des 10. Jahrhunderts. Um 1216 wurde Osterode erstmals urkundlich als Aczarode erwähnt.
Unweit von Osterode sind der Bielstein, wo selbst der Götze Biel soll verehrt worden sein, nach dem derselbe die Catlenburg abgeschafft werden mußte, und der Falkenstein, woselbst die Göttin Asfaroth oder Ostar (Hostar) gestanden habe, nach ihr Dienst zu Osterode am Harze ausgerottet wurde, und wo von Osterode den Namen führen soll. Es scheint jedoch der Name mehr von der Gegend herzurühren, wenn man sich den Ort, von wo aus Colonisten hierher gingen, um sich Wohnplätze durch Ausrotten zu bereiten in Westen gedeckt, so gibt es ja auch Westerode, Suderode, von Süden und Westen, warum also nicht Osterode von Osten?

Osterode war ein altes Pfarrdorf, denn sein letzter Pleban Matthäus Obbarius ist noch namentlich bekannt. Die Kirche selbst hieß “Sankt Juliana”. Ungewiß ist es, ob die Pfarre gleich nach der Reformation 1533 vom Schloß Hohnstein ab, oder das Schloß Hohnstein von Osterode aus verwaltet worden ist. Gewiß ist nur, daß beide Stellen verbunden waren bis 1622, bis zur Zerstörung des Hauses Hohnstein durch den sächsichen Obersten Dam. Vitzthum von Eckstädt.

Hiervon schreiben sich noch die Roggenzinsen her, welche der Pastor zu Osterode aus der Hohnsteinischen Renterey erhält, desgleichen die Haferzinsen, welche er von Appenrode und Niedersachswerfen bekömmt. Diese beiden Dörfer waren nämlich ehemals verbunden, mit ihren Pferden den Osterödischen Prediger auf das Schloß zu bringen und da dieses besonders denen zu Appenrode zu lästig fiel, so wurde dieser Dienst in einen Haferzins an die Pfarre verwandelt.Nachdem das Haus Hohnstein keinen Schloßprediger mehr nötig hatte, so erhielt Osterode Wiegersdorf zum Filiale, welches vorher der Pastor zu Ilfeld 43 Jahr mit versehen hatte.

Um 1200 erbauten die Einwohner von Osterode einen Wehrturm mit Schießscharten, um einen Schutz gegen die Fehden der Hohnsteiner zu haben. Man kann annehmen, daß der heutige Kirchturm auf den Grundmauern dieses alten Wehrturmes erbaut worden ist. Dort, wo einst die kleine Kapelle stand, gewidmet der Heiligen Juliane, wurde 1759 die jetzige Kirche erbaut. Im Turm der Kirche hängt noch heute die Glocke der einstigen Burgkapelle.

Osterode gehört zu den 5 Dörfern (Appenrode, Harzungen, Niedersachswerfen, Osterode und Wiegersdorf), welche in älteren Zeiten ihre Gemeinde-Holzungen dem Gräflichen Hause Stolberg übergaben und sich dagegen die Viehweide in demselben, sowie auch in den herrschaftlichen Forsten im Marktholz-Häue und jähliches Feuerholz, nebst anderen kleinen Gerechtsamkeiten vorbehielten. Dergestalt, daß in diesen fünf Dörfern jeder Ackerhof und die Pfarre jährlich 16 Malter vierfüßiges Holz und jedes alte Hintersättler-Haus nebst der Schule 8 Malter gegen einen Forstzins und Anweisungsgebühren von wenigen Groschen aufs Malter bekommen. Dieses leistete ihnen der Herr Graf von Stolberg zu Wernigerode als Besitzer der Forst Hohnstein.

Am 28. Juni 1365 bekennen die Gebrüder Heinrich und Friedrich zu Osterode, Ritter und Burgleute zu Hohnstein und alle ihre Erben, das sie mit gesundem Leibe und gedachtem Mute ihre Bygruft in dem Gotteshause zu Ilfeld gewählt haben.
Das Grab liegt im Kreuzgang und wurde ausgewählt zu Ehren der Dreifaltigkeit. Die Gebrüder bezahlten ihre Grabstätte mit 4 Markscheffel Korn und 1 Mark Nordhäuser Gulden. Auch die anderen Ritter, die in Osterode wohnten, wurden im Kloster Ilfeld beigesetzt. Als Gegengabe schenkten sie ihre Ländereien an das Kloster.

Die hiesige Schulwohnung wurde 1784 neu erbaut und der Schuldienst vor einigen Jahren durch einen kleinen Obstgarten verbessert.
Der Ort zählte in 43 Häusern 228 Seelen. Die Nahrung ist Ackerbau und Korbflechten, welches hierselbst ins Große getrieben wird.
Ein Aufstand der Waldarbeiter von Osterode und Wiegersdorf im Jahre 1848 wurde von der Bürgerwehr unter Befehl des Amtsrichters Volborth niedergeschlagen.
Im Jahre 1885 wurde für die Gemeinden des Amtes Hohnstein eine Feuerlöschordnung erstellt. Der Feuerlöschteich befindet sich am Bornrasen.

Osterode besaß im 20. Jahrhundert zwei mehr oder weniger bedeutende Bildungseinrichtungen. Zum einen die Hauswirtschaftsschule auf dem Taschenberg “Hasenburg”, benannt nach ihrer Leiterin Frl. von Haase, und das Landheim “Hundert Eichen”.
In der Haushaltsschule wurden ab 1909 junge Mädchen in einem Jahr auf die Berufsausbildung vorbereitet. Sie lernten alles das was sie für ihr späteres Leben brauchten.
Die Besitzerin des Landheims “Hundert Eichen”, Frau Luise Dumont, verkaufte ihr Anwesen 1908 an das Pestalozzi-Föbel-Haus Berlin. Die ehemaligen Stallungen wurden zu einem Kinderheim umgebaut.
Ab Mai 1909 kamen die ersten Kinder im Alter von 3 bis 8 Jahren aus Berlin. So aus Kindergärten der Pestalozzi-Fröbel-Stiftung, aus der Charite, aus anderen Kliniken oder auch privat, um sich hier in landschaftlich schöner Umgebung zu erholen und neue Kräfte zu sammeln.
Der Erste Weltkrieg und die Nazizeit brachten viel Unglück über die Einwohner von Osterode. Nach dem diese furchtbare Zeit überstanden war, wurde im Landheim am 10.06.1946 eine Fachschule für Kindergärtnerinnen eröffnet.
Im Herbst 1952 wurde die Fachschule aufgelöst und ein Institut für Lehrerbildung nahm seine Tätigkeit auf.
Ab 1967 beherbergte das Heim dann einen Teil der Pestalozzischule Nordhausen. Etwa 60 Kinder, die lernbehindert waren, wurden in der Woche über in Schule und Internat betreut. Und auch heute noch werden dort Kinder und Jugendliche betreut und haben dort eine Heimat gefunden.
Diese Einrichtungen hatten einen erheblichen sozialen und kulturellen Einfluß auf die Einwohner von Osterode. Vielerlei Vergnügen und Veranstaltungen, wie Theater, Musikaufführungen, Volksfeste und enge Bindung der Mädchen an manche Familie prägte das Leben in Osterode. Als sichtbares Zeichen dieser Orstverbundenheit steht heute noch die Fahne des Osteröder Schützenvereins. Sie wurde 1897 von Frau Luise Dumont, einer Gönnerin des Vereins, gestiftet.

Daß Osteröder zusammenhalten können, und auch Menschen vor Verfolgung beschützen, zeigte sich in der Zeit, als die Nazis an der Macht waren.
Hildegard von Gierke, sie leitete in den 20er Jahren das Pestalozzi-Fröbel-Heim in Berlin, wurde als Halbjüdin aus ihren Diensten entlassen. Sie suchte und fand Zuflucht in Osterode. Der damalige Bürgermeister Fritz Fiedler sen. und die Einwohner von Osterode halfen dieser Frau, sich vor den Nazis zu verstecken und so der Vernichtung im Konzentrationslager zu entfliehen. Auch untereinander verriet man sich nicht, egal welche Partei an der Macht war.

Der Zweite Weltkrieg endet in Osterode mit dem Einzug amerikanischer Truppen am 12. April 1945. Im Zuge einer Verwaltungsreform schloß sich Osterode 1952 dem Nachbarort Neustadt an, wodurch die Einwohnerzahl der gesamten Gemeinde Neustadt die Grenze 1000 übersteigt.