Beschreibung

Phänomenaler Karst

Die Landschaft des Südharzer wäre ohne die Verkarstung, also die unterirdische Auflösung gipshaltiger Gesteine, nicht dieselbe. Denn dadurch entsteht eine Fülle von Hohlräumen und anderen Karsterscheinungen, die in ihrer Anzahl und Dichte auf engstem Raum in Europa einmalig sind und sich heute noch rasch verändern: Bachschwinden, Flussversinkungen, Karstquellen -kegel, -täler, Höhlen, Felsen, weiße Gipswände, Erdfälle bzw. Dolinen reihen sich perlschnurartig in hoher Konzentration aneinander. Wanderer können besondere Naturschauspiele erleben: In Perioden mit trockenem Wetter beispielsweise versickern Gewässer in die Hohlräume des Untergrundes. An großen Quellen wie der Salzaquelle in Nordhausen taucht das Karstwasser  wieder auf - und nur die unzähligen kleinen Luftblasen, die vom Boden an die Wasseroberfläche aufsteigen verraten, dass man eben nicht vor einem See, sondern einer Quelle steht. Aufgrund dieser besonderen geologischen und hydrologischen Verhältnisse sind auch Karstseen entstanden, die nur temporär mit Wasser gefüllt sind.  

Phantastische Flora

Die Karstlandschaft des Südharzes ist im Gegensatz zu vielen Karstgebieten der Erde geprägt von Waldvegetation, wobei Buchenwälder dominieren.
Dieser grüne Karst beherbergt durch die chemischen Eigenschaften der Gipsverwitterung zahlreiche seltene Pflanzen - denn die Lebensräume sind vielfältig und reichen von sonnigen Steilkanten über trockenheiße Felskuppen bis hin zu kühlfeuchten Gipsfelswänden und Schotterfluren. Die Fels- und Gesteinsgebilde, Gipsquellkuppen und Erdanrisse sind mit einer artenreichen Flora besiedelt, zum Beispiel mit Orchideen wie die Bienen-Ragwurz
oder das Knabenkraut. Besonders im Frühjahr erwacht eine Blütenpracht, die einzigartig in Fülle und Reichtum ist.

Rückzugsgebiet für seltene Tiere

Durch die spezialisierte Vegetation im Gipskarst sind auch für die Tierwelt besondere Lebensräume entstanden. Herausragend ist hier beispielsweise die Vielfalt der Insekten, die wiederum Nahrungsgrundlage für zahlreiche Vogelarten sind. Besonders Höhlenbrüter finden viele Plätze, um ihre Jungen großzuziehen, denn die schwer zu bewirtschaftenden Karstwälder sind reich an Totholz. Auch Amphibien wie der Feuersalamander haben in feuchten Karsthohlformen eine Heimat gefunden und Sümpfe oder wassergefüllte Erdfälle sind bevorzugte Laichstätten zum Beispiel für Erd- und Kreuzkröten. Fledermäuse, für die die zahlreichen Karsthöhlen einen idealen Unterschlupf bieten, oder auch Uhu, Schwarzstorch, Siebenschläfer und Haselmaus sind typische Bewohner der Südharzer Karstlandschaft.

Wirksamer Naturschutz und Landschaftspflege

Besonders wertvolle Biotope sind die trockenen, nährstoffarmen Gipsböden, die Mager- und Trockenrasen. Weiden dort zum Beispiel Schafe oder Ziegen, können die Flächen weitgehend frei von Bäumen, Sträuchern und anderen Gehölzen gehalten werden. So entsteht wieder Raum für seltene Tier- und Pflanzenarten.
Immer wieder mosaikartig verzahnt mit Wald- und Feldfluren findet man diese Lebensräume insbesondere in den Gebieten Katzenschwanz-Sattelköpfe, Rüdigsdorfer Schweiz-Harzfelder Holz und Pfaffenköpfe. Magertrockenstandorte sind heute die artenreichsten Schmetterlingslebensräume Mitteleuropas und beherbergen zahlreiche geschützte Pflanzenarten - nahezu die Hälfte aller einheimischen Orchideenarten wächst hier.

Karstwanderweg im Landkreis Nordhausen

Der Qualitätsweg Wanderbares Deutschland Karstwanderweg Südharz führt zu Karstphänomenen, Natur- und Kulturdenkmalen in den Landkreisen Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt, Nordhausen in Thüringen und Osterode in Niedersachen. Der Nordhäuser Abschnitt als Bindeglied umfasst 53 Kilometer. Seine reizvollsten Landstriche werden hier von Ost nach West vorgestellt.

 

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