„Vita“ von Adolf Gerlach

Am 24.06.1922 als Sohn des Schuhmachermeisters Paul Gerlach und seiner Frau Minna in Neustadt geborne. Nach dem Besuch der 8 klassigen Volksschule in Neustadt begann er in Nordhausen bei der Firma Sack eine Lehre als Gärtner, die er erfolgreich nach 3 Jahren abschloss. Danach folgten Arbeitsdienst und die Einberufung zur Wehrmacht. Als Feldwebel bei den Pionieren wurde ihm 1944 der linke Unterschenkel durch eine Mine zerschmettert, sodass er amputiert werden musste.

Das Ende des 2. Weltkrieges erlebte er in seiner Heimat. Inzwischen verheiratet mit seiner Franziska, die ihm zwei Töchter schenkte, baute er unter den damals mehr als schwierigen Verhältnissen eine Gärtnerei auf. Die politischen Geschehnisse liefen nicht an ihm vorbei, sodass er sich in der kommunalen Politik als Mitglied der LDPD einbrachte und dem Rat der Gemeinde angehörte. Schon damals focht er so manchen Streit mit einigen 150% igen „Genossen“ aus, denn er hielt sich in seiner Meinungsäußerung nie zurück.

In dieser Zeit wählte man ihn für einige Jahre zum Vorsitzenden des Sportverein SV Hohnstein. Inzwischen hatten sich die politischen und ökonomischen Verhältnisse in der DDR weiter verändert, sodass er gezwungen war, seinen Gärtnereibetrieb privat auf zu geben. Er schloss sich dem Forstwirtschaftsbetrieb an, wurde Betriebsleiter seiner Gärtnerei und entwickelte diesen Betrieb zu einem florierenden „Unternehmen“, in dem er zeitweise 30 Beschäftigte hatte. Trotz der vielfältigen Aufgaben in seinem Betrieb, achtete er immer darauf, dass die Bevölkerung mit einschlägigen Gartenartikeln wie Gemüsepflanzen, Topf- und Schnittblumen, bis hin zum Weihnachtsbaum versorgt wurde.

Sein Engagement für die Gemeinde und ihre Aufgaben dokumentiert auch die Auszeichnung mit der „Goldenen Aufbaunadel“ im Rahmen unseres Waldbadbaus des N.A.W. (Nationales Aufbauwerk) von 1954 bis 1959. Als der Kanalbau unter dem heutigen Kurpark erfolgte und die Neuanlage des Parkbereiches notwendig machte, tätigte er persönlich die meisten Anpflanzungen, sowie die Anlegung der Grünfläche. Auch die Anlagen zwischen Resenturm und Plankenstraße wurden von ihm perönlich geschaffen. 1989- Die „Wende“ kam. Grund für Adolf Gerlach, sich wieder mit einzubringen. Er ist Mit- und Wiedergründer des Harzklub in Neustadt und wird am 10. Nai 1990 zu dessen Vorsitzenden gewählt. Sein schon beruflich unter Beweis gestelltes Organisationstalent mit starkem Durchsetzungsvermögen kann er jetztin dieser Funktion unter günstig veränderten Gegebenheiten besonders unter Beweis stellen, nachdem sein Betrieb in der Wendezeit „abgewickelt“ wurde.

Als „rüstiger Rentner“ kannte er keine Halbheiten, wie auch bisher im Leben. Der Harzklub baut Bachstege und die Beschilderung der Wanderwege wird umfassend begonnen, wobei er bei beiden Aktionen jeweils aktiv an der Spitze steht. Die Mitgliederzahl wächst in 3 Jahren auf über 100… Der Zweigverein nimmt an jeder Sternenwanderung und später ab Wernigerode an jedem „Deutschen Wandertag“ mit jeweils 20 bis 40 Mitgliedern teil. Inzwischen, etwa 1995, wurden über 550 Wanderschilder angebracht, die im wahrsten Sinne des Wortes, Adolf Gerlachs Handschrift tragen, denn er hat sie alle hergestellt, beschriftet und am Anfang auch zum großen Teil mit angebracht und das alles mit Beinprothese!!!

Sein Hauptprojekt ist aber wohl der Wanderstützpunkt „Zapfkuhle“. Ohne zu übertreiben, können wir mit Recht behaupten, dass er nicht nur Initiator und Organisator des Grillplatzes war, sondern dass auch weit über 1000 Händen seiner persönlichen Arbeitsleistung dort vollbracht wurden. Es wäre müssig alle die einzelnen Fakten auf zu zählen, die durch sein Engagement zu den heutigen Aussehen des Grillplatzes geführt haben, ausgenommen natürlich die umfangreichen Erweiterungen und Verbesserungen der letzten Jahre.

Die Aktion „Rettet unseren Roland“ sah ihn an der Spitze der Organisatoren und Spendensammler. Auch die Entstehung unserer Heimatstube „Altes Tor“ wurde von ihm organisiert. Der „Lönspark“, gleichfalls 1992 wie der Grillplatz eingeweiht, trägt seine „Handschrift“. Des gleichen Wiedereinweihung Poppenbergturm nach der Generalsanierung in Verbindung mit dem zentralen Sterntreffendes Gesamtharzklub mit ca. 2000 Teilnehmern und Organisation des Wandertages der CDU-Landtagfraktion mit Ministerpräsident Dr. Vogel an der Spitze, sowie Vorbereitung unserer 110 Jahr-Feier 1997. Hierbei erlitt Adolf Gerlach in Ausübung seiner Vereinstätigkeit einen schweren Unfall, den er Dank der ärztlichen Kunst und vor allem auch wegen seines starken Willens überstand, wenn auch sehr gehandikapt. Aus Gesundheits- und in zweiter Linie aus Altergründen trat er seinen Vorsitz im Zweigverein ab.

All diese vielen Einzelaktionen, sämtliche konnten gar nicht genannt werden, führten letztendlich dazu, dass Neustadt über ein gut ausgebautes und beschildertes Wanderwegenetz verfügt. Das unsere Brauchtumsgruppen auf dem Grillplatz „Zapfkuhle“ im Sommerhalbjahr eine ausgezeichnete Präsentationsmöglichkeit haben. Das herausragende kulturhistorische Monumente wie „Roland“ und „Altes Tor“ nicht nur erhalten, sondern auch in hervorragender Form Gästen und Besuchern präsentiert werden können. Das der Harzklub-Zweigverein nicht nur durch sein Bestehen, sondern vor allem durch sein über Kreisgrenzen hinauswirkende Tätigkeiten unseren Luftkurort ganz entscheidend mit zu diesem Titel verholfen hat.

Das Wirken von Adolf Gerlach führte dazu, dass er wegen seines verdienstvollen Schaffens für das hervorragende Erscheinungsbild unserer Gemeinde zum Ehrenbürger Neustadts ernannt wurde. Die Auszeichnung mit der „Eichdorf-Plakette“ für den Harzklubzweigverein 1997 ist zum großen Teil auch sein Verdienst. Er selbst wurde mit dem „Goldenen Ehrenzeichen“ des Harzklub dekoriert. Unser Zweigverein verlieh ihm den Titel „Ehrenvorsitzender“. Am 30.01.2005 endete sein erfülltes Leben. Ohne jemand zurücksetzen zu wollen, kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass sich bisher kaum ein anderer Bürger in Neustadt so um seinen Heimatort verdient gemacht hat, wie Adolf Gerlach.

R.S.

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