Die Burgruine Ebersburg

Auf einem Porphyrkegel des südlichen Harzrandes liegt nördlich des Dorfes Herrmannsacker im Landkreis Nordhausen  die Ebersburg am Westende des vom Krebsbach durchflossenen Wetzelstales. Weite Blicke öffnen sich von ihr vor allem gen Süden bis hin zum Kyffhäusergebirge.

 

 


Was hat es mit dieser Burgruine auf sich?

Um 1190 ließ Hermann I., Landgraf von Thüringen, diesen, seinen nördlichsten, Vorposten erbauen. Sicher nicht zuletzt, um seine Macht nach außen zu zeigen, aber auch, um seine Präsenz nach innen zu behaupten. Er unterstellte die Burg seinem engen Vertrauten, dem Marschall Heinrich von Schernberg.

Die ersten Jahrzehnte des 13. Jh. sahen die Ebersburg als ein Zentrum landgräflicher Politik in Thüringen. Damals erlebte sie ihre Blütezeit. Am 29. Juni 1216 z. B. versammelte Hermann I. alle wichtigen Adligen aus der Region auf der Ebersburg. Als das Geschlecht der Landgrafen von Thüringen 1247 unter Heinrich Raspe erlosch, wurde die Burg belagert und geriet in den Besitz der Anhaltiner Grafen. Die folgenden Jahrhunderte erlebte sie als Lehen und Pfand, bis sie ab dem 17. Jh. verfiel und in Vergessenheit geriet.

Auf einem sich durch den Buchenwald schlängelnder Fußweg - nicht länger als 580 m - wird der Wanderer auf den Bergrücken geleitet. Vielgestaltige Felsformationen geben die Kulisse für das Hineingehen in eine vergangene Zeit, die aber gleichzeitig ganz gegenwärtig ist.

Tritt man am Ende des Weges aus dem Wald ins Licht, so spürt man den mächtigen Bergfried im Rücken, ohne ihn schon ganz mit Blicken ermessen zu haben.

Die Ebersburgruine bezaubert durch ihren romantischen Charme; gerade das nicht mehr Vollständige dieses Baukörpers vermittelt den Eindruck, das vieles möglich ist, das 800 Jahre zum Greifen nahe sind. Der Betrachter ist gerührt, seine Phantasie in Gang gesetzt. Was hatte diese geheimnisvolle Burg für eine Vergangenheit? Wie sah sie aus? Welche Zukunft wird sie haben - wird sie vergehen oder bestehen?

Beherrscht wird die noch ganz romanisch erhaltene Ruinenanlage von ihrem - einzigartig im gesamten Harzraum - gewaltigen runden Burgturm. Mit seiner noch heute erhaltenen Höhe von 18 Metern und der beeindruckenden Mauerdicke von 4,50 m vermittelt er den Eindruck von Stärke, Macht und Dauer. Ihm ebenbürtig, wenngleich nicht so aufragend, ist das Kammertor. Dieser Zugang zur eigentlichen Burg besticht durch die Schönheit seiner Form. An noch vorhandenen Mauer- und Steinresten sind die Verläufe der inneren Mantelmauer, Teile der äußeren Ringmauer und Reste des Pallas nachvollziehbar.

 

Die Anlage benötigt dringend Hilfe. Der Verein für lebendiges Mittelalter hat seit dem 19. April 2006 die Burganlage gepachtet und es sich zur Aufgabe gemacht, dieses in der Vergangenheit meist vernachlässigte Kleinod dem Landkreis, sowie dem deutschen Geschichtswissen zu erhalten und zu bewahren.

Ein sinnvolles Unterfangen, denn diese Burganlage ist in reinem romanischen Stil erhalten! Heutzutage eine absolute Seltenheit! Darüber hinaus war und ist die Ebersburg die bedeutendste von sechs hochmittelalterlichen zueinander in Bezug stehenden kleinen Burgen, die sich - außergewöhnlich nahe - in einem Umkreis von 500 m befinden.

Dieses "kleine Burgenland" bildet den Kopf  eines Burgengürtels, der sich von der Ebersburg über die Heinrichsburg, die Burg Hohnstein bis hin nach Ilfeld zur Iburg zieht.

 

Die Ursprünglichkeit der Ebersburg hat ihren Preis, es gibt dort weder Wasser noch Strom. Doch die Nähe zu dem aus dem 16. Jh. stammenden Gasthaus "Sägemühle" am Fuße des Burgberges lässt dieses vergessen. Mit dessen weithin bekannter gut bürgerlichen Küche kann der Besucher dort gepflegte Gastlichkeit genießen. Wer Ruhe und Entspannung sucht ist hier genau richtig. Im Gasthaus "Sägemühle" und der sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindenden "Schützens Mühle" können auch Zimmer und Ferienwohnungen gemietet werden.

Von dort ist es möglich zahlreiche Wander- und Tagesausflüge zu unternehmen z. B. nach Neustadt, Stolberg, zum Kyffhäuser. Kehrt der Besucher am Abend wieder zurück, begrüßt ihn vor dem Eingang zur Gaststube die fast 500jährige Linde. Mit ihren dicken Kandelaberästen lädt sie wiederum zu Einkehr und Behaglichkeit.

 

 

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